In Rio de Janeiro

Vorgestern, am 18.04.2011, sind wir schon in der Frühe aufgebrochen. Ziel war die Seilbahnfahrt zum Zuckerhut (Pao Acucar), eines der Wahrzeichen Rios. Hier in Brasilien gibt es 2 Verkehrsregeln. Eine für Fußgänger, die lautet: Autos haben immer Vorfahrt und Zebrastreifen dienen nur zur Verschönerung der Straße. Die zweite Regel ist für Autofahrer und lautet: Das größere/schnellere Auto hat immer Vorfahrt. Immer diese Regeln beachtend, erreichten wir die Bodenstation der Seilbahn und schwangen uns in die Lüfte. Zuerst geht es zur Zwischenstation Morro Urca, dort steigt man in die nächste Seilbahn und erreicht den Gipfel des Zuckerhutes. Der Anblick Rio de Janeiros von hier oben ist atemberaubend und unweigerlich denkt man: Dies ist die schönste Stadt der Welt!
Wieder unten per Bus zur Copacabana zum Baden. Man betritt den unendlich langen und breiten sauberen, feinen schneeweißen Strand und ist erstaunt - keiner kassiert Kurtaxe oder eine ähnliche Gebühr! Jeder kommt und geht, wie er will. Überall stehen Sportgeräte und Frank hat 6 Klimmzüge geschafft. Kokosnüsse werden überall angeboten das Stück, eiskalt kostet 3 Real, ca. 1,50 € - schmeckt herrlich. Nach Einbruch der Dunkelheit schlenderten wir noch lange die Copacabana entlang. Hier wird abends sehr viel Sport getrieben und es herrscht ein buntes Treiben. Spät abends waren wir wieder an Bord.
Gestern haben wir ein Museum besucht, den ehemaligen Justizpalast. Rio in den 1950er Jahren, alle Bilder in schwarz-weiß. Außerdem das wunderschöne neoklassizistische Theater angeschaut. Anschließend fuhren wir mit einer uralten Straßenbahn über ein Viadukt hinauf in den Villenstadtteil Santa Teresa und Stunden später wieder zurück. Wie immer spät abends waren wir wieder an Bord.

Erster Landgang in Rio

Heute haben wir zum ersten Mal mit der Fähre nach Rio übergesetzt und einen Stadtspaziergang gemacht. Hier einige Bilder:

Portugiesisch für Anfänger

Hier bei 32°C Lufttemperatur duscht man gewöhnlich kalt. Will man warm duschen, so muß der Duschkopf auf "INFERNO" gestellt werden.

Von Vitoria nach Rio de Janeiro

Am 10.04.2011 war es mal wieder soweit. Der Wetterbericht war gut und um 08.10 Uhr waren alle Leinen los. Leider mußten wir die ersten 20 Stunden motoren, da totale Flaute herrschte. Dann kam schöner achterlicher Wind auf und die verbliebenen 147 sm segelten wir. Um 00.30 Uhr am 12.04.2011 passierten wir das Cabo Frio und Frank befürchtete jetzt wird es kalt! Dem war aber nicht so, denn hier in Rio de Janeiro messen wir 31°C. Am 12.04.2011 um 20.00 Uhr bei hellem Halbmond segelten wir ganz leise mit unserem Blister in die Guanabara Bucht von Rio de Janeiro ein, für uns ein unvergesslicher Augenblick! Um 21.45 Uhr ankerten wir vor dem Yachtclub Clube Naval Charitas. Am nächsten Morgen verholten wir an einen der Anleger. Die Yachtclubs hier in Brasilien sind riesige Anlagen mit Swimmingpools, Bars, Restaurants, Kindergarten usw. Die üppigen Grünanlagen sind sehr gepflegt. Viele Angestellte arbeiten überall auf dem Gelände und als Gast dürfen wir alle Einrichtungen benutzen. Die Clubs sind stark gesichert, nur mit einem speziellen Ausweis kann man das Gelände betreten oder verlassen.
Gestern Abend, nachdem ich mehrere Stunden meine Behördengänge (einklarieren) absolviert hatte, gingen wir alle an Land. Wir landeten schließlich in der Bierkneipe "Bin Laden". Um 00.30 Uhr waren auch wir von dem Bierkonsum "bin Laden". Überall an den Wänden prankte das große Konterfei dieses Bösewichtes. Die Musik war wie immer zu laut; auf mehreren Bildschirmen verfolgten die Gäste verschiedene Fußballspiele. Guter Stimmung waren wir gegen 01.00 Uhr wieder an Bord.                   Unsere Position: 22°56.007'S 43°06.443'W                      

Mariana und Ouro Preto

Vom 05.04.2011 bis zum 07.04.2011 mieteten wir uns ein Auto (Opel Corsa) und fuhren ca. 450 km fast genau nach Westen ins Landesinnere. Ziel der Reise waren die alten Goldgräberstädte Mariana und Ouro Preto im Bundesstaat Minas Gerais. Früh morgens ging es los, wir genossen die Fahrt durch die schöne tropische Landschaft. Zuerst durchfuhren wir ursprünglichen Regenwald, dann zogen sich die Kaffeeplantagen endlos die Berge hoch, schließlich durchfuhren wir weites Weideland und ausgedehnte Zuckerrohrfelder. Am späten Nachmittag erreichten wir Mariana, suchten uns eine Pousada (Pension) und besichtigten die Stadt.
Um 1700 wurde das erste Gold gefunden, schon 1711 wurde Ouro Preto gegründet und 1721 wurde es zur Hauptstadt von Minas Gerais. Mit dem Gold wurden die besten Barockkünstler der damaligen Zeit verpflichtet. Stundenlang geht man durch beide Städte, welche durchgängig saniert sind; man kann gut nachempfinden, welcher Reichtum hier einst geherrscht hat.
Am nächsten Morgen fuhren wir zuerst zur ehemaligen Goldmine "Minas de Passagem". Die Mine wurde 1719 eröffnet und durch schwarze Sklaven betrieben. Nachdem wir den oberirdischen Teil besichtigt hatten, ging es mit der Kabelbahn 100 Meter in die Tiefe. Wir waren überrascht von der Größe der Tunnel, es gibt viele Seitenarme, das Ganze ist für Besucher völlig unübersichtlich. Unser Führer erklärte uns, wie das Gestein abgebaut wurde. Wieder am Tageslicht setzten wir unsere Fahrt nach Ouro Preto fort. Beide Städte liegen nur ca. 14 km auseinander, in der Mitte befindet sich die Goldmine. Am 07.04.2011 waren wir am späten Nachmittag wieder an Bord.

Vom Archipel Abrolhos nach Vitoria

160 sm waren zurückzulegen. Wir wollten morgens um 06.00 Uhr den Anker hieven, zuvor aber noch den Kühlwasserfilter reinigen. Dabei stellten wir fest, daß sich das Seeventil nicht mehr schließen ließ. Es brauchte 2 Stunden harte Arbeit, um das Ventil wieder gangbar zu machen. Sofort nach der Reparatur fuhren wir unter Motor los, da kein Wind wehte. Ab Mittag herrliches Segeln bis zum nächsten Abend. Schon Nachmittags am 31.03.2011 sah man die dichten Gewitterwolken heraufziehen und ab 17.00 Uhr durchfuhren wir unter Motor mit sehr gemischten Gefühlen ein schweres Tropengewitter. Um 23.00 Uhr hatte sich das Gewitter verzogen, am 01.04.2011 um 01.30 Uhr  waren wir im Yachtclub in Vitoria fest und zwar achtern an einer Boje, vorne mit 4 Leinen am Steg. Der Schwell im Hafen ist sehr stark und die Leinen und Fender werden stark beansprucht. Nachmittags beschlossen wir, an einen besseren Liegeplatz zu verholen. Bei diesem Manöver gelang eine Leine, welche an einer Festmachertonne unter Wasser hing, in unsere Schraube. Frank tauchte und schnitt die Leine ab. Leider hatte die Leine unsere Propellerwelle um ca. einen Zentimeter herausgezogen. Frank baute den gesamten Antriebsstrang aus, zog die Welle wieder in die richtige Position und baute alles wieder zusammen. Aus Erleichterung über die gelungene Reparatur lud ich Barbara und Frank abends zum Essen in das schöne Clubrestaurant ein. Das Essen war hervorragend.
Vitoria ist eine moderne Großstadt; heute haben wir mit den Fahrrädern die Stadt erkundet, haben sehr gut zu Mittag gegessen (Preis per Kilo) und nachmittags im clubeigenen Swimmingpool geschwommen. Alle hier sind sehr nett, wir wurden schon mehrmals zum Drink eingeladen.

Von Itacare über Ilheus zum Archipel Abrolhos

Am Sonnabend, den 26.03.2011, war der Anker um 07.20 Uhr auf. Da kein Wind wehte,legten wir die 31sm nach Ilheus unter Motor zurück. Um 15.15 Uhr ankerten wir vor dem dortigen Yachtclub in einer weiten Bucht. Wir waren sehr enttäuscht, denn man hatte uns gesagt, hier gäbe es eine schöne Marina, außerdem war das Wetter sehr regnerisch. Wir brachten dennoch das Beiboot zu Wasser, denn wir brauchten Wasser und Dieselöl. Der Yachtclub hat eine sehr schöne Anlage mit 2 Schwimmbecken und großer Terasse. Als wir an Land kamen, war alles geschlossen. Ich begab mich mit den Dieselkanistern zur nahen Tankstelle und wurde auf dem Heimweg pudelnass. Barbara und Frank füllten die Wasserkanister. Wir beschlossen, am nächsten Morgen abzufahren.
Am 27.03.2011 war der Anker um 07.20 Uhr auf. Zeitweilig segelnd und zeitweilig unter Motor fuhren wir nach Süden. Endlich mal ein Tag ohne Regen! Am 28.03. fingen wir einen Wahoo; es gibt wieder mal Fisch. Am 29.03. ab 00.30 Uhr tasten wir uns vorsichtig durch die Korallenriffe des Archipel dos Abrolhos und um 01.20 Uhr fällt der Anker vor der Insel Santa Barbara. Es ist stockdunkel, über uns funkeln 1000 Sterne. Direkt über dem Nordhorizont ist der große Wagen zu sehen, im Westen geht der Orion unter und hoch im Süden steht das Kreuz des Südens. Die Brandung schlägt leise gegen die Felsen und über uns schickt der Leuchtturm sein Licht in die Dunkelheit. Es wird noch ein eiskaltes Bier serviert und wir genießen diesen einmaligen Augenblick.
Diese Inselgruppe mit ihren Korallenriffen ist ein Naturpark. Die Gruppe besteht aus vier Inseln, Santa Barbara, wo wir ankern, ist die größte, gerade mal ca. einen Kilometer lang und 150 Meter breit. Am Ostende der Insel befindet sich der Leuchtturm und einige Gebäude der Marine sowie der Naturschutzbehörde IBAMA. Die Insel ist felsig und mit struppigem dürrem Gras bewachsen, es gibt viele Ziegen. Auch ein schöner Strand ist vorhanden, wir aber dürfen die Inseln nicht betreten. 1832 hat Charles Darwin mit der HMS Beagle hier geankert.
Um 08.00 Uhr melde ich mich über UKW-Funk bei der Naturschutzbehörde an. Ein netter Mann namens Phillip klärt mich auf. Wir müssen an die Südseite der Insel verholen, dort dürfen wir baden und schnorcheln. Alles andere ist verboten. Um 10.15 fällt der Anker auf Position 17°57,9'S 38°41,9'W. Sofort springen wir alle ins Wasser. Fische und Vögel überall. Aus dem Wasser guckt uns eine große Schildkröte an - wir erfreuen uns an der herrlichen Natur.