Vom Archipel Abrolhos nach Vitoria

160 sm waren zurückzulegen. Wir wollten morgens um 06.00 Uhr den Anker hieven, zuvor aber noch den Kühlwasserfilter reinigen. Dabei stellten wir fest, daß sich das Seeventil nicht mehr schließen ließ. Es brauchte 2 Stunden harte Arbeit, um das Ventil wieder gangbar zu machen. Sofort nach der Reparatur fuhren wir unter Motor los, da kein Wind wehte. Ab Mittag herrliches Segeln bis zum nächsten Abend. Schon Nachmittags am 31.03.2011 sah man die dichten Gewitterwolken heraufziehen und ab 17.00 Uhr durchfuhren wir unter Motor mit sehr gemischten Gefühlen ein schweres Tropengewitter. Um 23.00 Uhr hatte sich das Gewitter verzogen, am 01.04.2011 um 01.30 Uhr  waren wir im Yachtclub in Vitoria fest und zwar achtern an einer Boje, vorne mit 4 Leinen am Steg. Der Schwell im Hafen ist sehr stark und die Leinen und Fender werden stark beansprucht. Nachmittags beschlossen wir, an einen besseren Liegeplatz zu verholen. Bei diesem Manöver gelang eine Leine, welche an einer Festmachertonne unter Wasser hing, in unsere Schraube. Frank tauchte und schnitt die Leine ab. Leider hatte die Leine unsere Propellerwelle um ca. einen Zentimeter herausgezogen. Frank baute den gesamten Antriebsstrang aus, zog die Welle wieder in die richtige Position und baute alles wieder zusammen. Aus Erleichterung über die gelungene Reparatur lud ich Barbara und Frank abends zum Essen in das schöne Clubrestaurant ein. Das Essen war hervorragend.
Vitoria ist eine moderne Großstadt; heute haben wir mit den Fahrrädern die Stadt erkundet, haben sehr gut zu Mittag gegessen (Preis per Kilo) und nachmittags im clubeigenen Swimmingpool geschwommen. Alle hier sind sehr nett, wir wurden schon mehrmals zum Drink eingeladen.

Von Itacare über Ilheus zum Archipel Abrolhos

Am Sonnabend, den 26.03.2011, war der Anker um 07.20 Uhr auf. Da kein Wind wehte,legten wir die 31sm nach Ilheus unter Motor zurück. Um 15.15 Uhr ankerten wir vor dem dortigen Yachtclub in einer weiten Bucht. Wir waren sehr enttäuscht, denn man hatte uns gesagt, hier gäbe es eine schöne Marina, außerdem war das Wetter sehr regnerisch. Wir brachten dennoch das Beiboot zu Wasser, denn wir brauchten Wasser und Dieselöl. Der Yachtclub hat eine sehr schöne Anlage mit 2 Schwimmbecken und großer Terasse. Als wir an Land kamen, war alles geschlossen. Ich begab mich mit den Dieselkanistern zur nahen Tankstelle und wurde auf dem Heimweg pudelnass. Barbara und Frank füllten die Wasserkanister. Wir beschlossen, am nächsten Morgen abzufahren.
Am 27.03.2011 war der Anker um 07.20 Uhr auf. Zeitweilig segelnd und zeitweilig unter Motor fuhren wir nach Süden. Endlich mal ein Tag ohne Regen! Am 28.03. fingen wir einen Wahoo; es gibt wieder mal Fisch. Am 29.03. ab 00.30 Uhr tasten wir uns vorsichtig durch die Korallenriffe des Archipel dos Abrolhos und um 01.20 Uhr fällt der Anker vor der Insel Santa Barbara. Es ist stockdunkel, über uns funkeln 1000 Sterne. Direkt über dem Nordhorizont ist der große Wagen zu sehen, im Westen geht der Orion unter und hoch im Süden steht das Kreuz des Südens. Die Brandung schlägt leise gegen die Felsen und über uns schickt der Leuchtturm sein Licht in die Dunkelheit. Es wird noch ein eiskaltes Bier serviert und wir genießen diesen einmaligen Augenblick.
Diese Inselgruppe mit ihren Korallenriffen ist ein Naturpark. Die Gruppe besteht aus vier Inseln, Santa Barbara, wo wir ankern, ist die größte, gerade mal ca. einen Kilometer lang und 150 Meter breit. Am Ostende der Insel befindet sich der Leuchtturm und einige Gebäude der Marine sowie der Naturschutzbehörde IBAMA. Die Insel ist felsig und mit struppigem dürrem Gras bewachsen, es gibt viele Ziegen. Auch ein schöner Strand ist vorhanden, wir aber dürfen die Inseln nicht betreten. 1832 hat Charles Darwin mit der HMS Beagle hier geankert.
Um 08.00 Uhr melde ich mich über UKW-Funk bei der Naturschutzbehörde an. Ein netter Mann namens Phillip klärt mich auf. Wir müssen an die Südseite der Insel verholen, dort dürfen wir baden und schnorcheln. Alles andere ist verboten. Um 10.15 fällt der Anker auf Position 17°57,9'S 38°41,9'W. Sofort springen wir alle ins Wasser. Fische und Vögel überall. Aus dem Wasser guckt uns eine große Schildkröte an - wir erfreuen uns an der herrlichen Natur.