In Piriapolis

Gestern Abend ging ich zur Prefectura National Naval (coastguard), um meine Papiere abstempeln zu lassen, als man mir einen obskuren Wetterbericht vorlegte und mir das Auslaufen verbot. Der Wetterbericht sprach von NW 7/8 Bft. Ich sagte dem Beamten, er solle mal aus dem Fenster schauen, draußen sei Flaute, aber es war nichts zu machen. So liegen wir weiterhin hier und warten auf den richtigen Wind. Es ist übrigens sehr kalt, 9°C.

In Piriapolis

Seit vorgestern Sturm. Wir liegen mit dem Steven an der Mole und achtern mit 4 Leinen an einer Tonne. Gestern Morgen drohten die Achterleinen zu brechen, da der Wind schräg von achtern wehte und nicht geringer Seegang im Hafen stand. Frank begab sich zur ca. 40 Meter achteraus gelegenen Travelliftanlage und ließ eine Schwimmleine mit Fender ins Wasser. Der Fender trieb genau unter unser Heck. Ich schlug die schwere Hurricantrosse an und Frank befestigte diese an der Travelliftanlage. Jetzt hatten wir zwar eine Leine quer über den Hafen gespannt, lagen aber endlich sicher. Heute Morgen immer noch frischer Wind aus SW - wir müssen halt noch warten. Heute Morgen rief ich den Stützpunktleiter des Trans-Ocean-Clubs, Jorge, an. Er riet mir, zum Flughafen Punta del Este zu fahren, um die Pässe abstempeln zu lassen. Ich komme gerade vom Flughafen, wir sind jetzt offiziell in Uruguay eingereist.   

Von La Paloma nach Piriapolis

Am 21.06.2011 um 16.50 Uhr hatte der Wind soweit auf SE gedreht, dass wir unser Ziel Piriapolis anliegen konnten. Bei schönem, klaren Wetter liefen wir aus. In der Nacht war der Wind sehr schwach, Da der Wetterbericht weiterhin leichte, östliche Winde vorhersagte, segelten wir weiter. Am naechsten Miittag hatte der Wind auf 4 Bft. zugenommen und bei flotter Fahrt passierten wir um 12.00 Uhr den mondänen Badeort Punta de Eleste. Um 17.30 Uhr waren wir in Piriapolis fest. Überrascht waren wir, als wir feststellten, dass hier viele große Segelyachten, welche aus der Antarktis und Patagonien kamen. hier den Winter verbringen. Auch einige sehr bekannte Yachten liegen hier. u.B. PARATII, www.amyrklink.com.br. Diese Yacht gehört dem bekannten brasilianischen Segler Amyr Klink. Er ist in Brasilien eine Legende, hat per Ruderboot den südlichen Atlantik überquert, mit seinen Segelbooten Arktis und Antarktis besucht und die Antarktis umrundet. Seine PARATII 2, eine 30 Meter lange one-off mit Aero-Rigg, sahen wir in Santos. Ferner die polnische Yacht Silva von www.selmaexpeditions.com. Weiterhin die SAUDADE 3, sie gehört den Italienern Mariolina Rolfo und Giorgio Ardrizz, www.capehorn-pilot.com, die beiden segeln seit vielen Jahren in Patagonien und haben ein einzigartiges Buch verfasst, den Patagonien & Tierra del Fuego Nautical Guide. Jeder Segler, auch wir, hier hat dieses Wunderwerk an Bord. Die Stadt wurde übrigens nach dem Amerikaner Francisco Piria benannt, der in den 30er Jahren das Hotel Argentino direkt am Strand errichtet hat. Das Hotel dominiert auch heute noch die Wasserfront des Städtchens Piriapolis. Im Moment weht der Wind wieder mit 8 Bft. und das Boot bockt an den Leinen. Ich hatte gestern Abend noch überlegt, weiter nach Montevideo zu segeln, hatte mich dann doch dagegen entschieden. Schon 2 Stunden nach unserer Ankunft hier in Pirianapolis fegten die ersten Böen über den kleinen Hafen. Heute Morgen habe ich erstmal die nötigen Behördengänge erledigt und jetzt heißt es, auf die Leinen aufzupassen und den Sturm abzuwarten.

La Paloma - Piriapolis = 69 sm. Gesegelt 67 sm Motor 2 sm

Unsere Position 34º52.5'S  55º16.81'w

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Von Rio Grande nach La Paloma/Uruguay

Am 16.06.2011 Vormittags begab ich mich zu den verschiedenen Behörden und klarierte aus. Wir hatten jetzt 72 Stunden Zeit um das Land zu verlassen andernfalls hätten wir wieder Einklarieren müssen, was bedeutet das unsrere Pässe wieder abgestempelt werden müßten.Aber wir hatten Glück,laut Wetterbericht sollte der Wind von Sonnabend Morgen bis Montag Morgen aus NE wehen. Am Sonnabend Morgen warfen wir die Leinen los und fuhren die 11 sm diesmal mit dem Strom den Rio Grande hinab, Um 10.50 Uhr passierten wir die Molen, auf See - Flaute.  Bald sahen wir den ersten Seelöwen und ab und zu lugte ein Magellanpinguin aus dem Wasser. Erst um 21.00 Uhr setzte sich der NE Wind durch, wurde immer stärker und um 06.00 Uhr am 19.06.2011 waren wir wieder bei 8 Bft angelangt.Die ganze Nacht goß es in Strömen und ein nicht endendes Gewitter gegleitet uns.  Nur mit der gerefften Fock surften wir die Wellen hinab. Frank brachte es einmal auf 14,3 kn ich auf 11.1 kn. Welch ein Spaß! Der war aber um 05.30  Uhr am 19.06.2011 vorbei. Das Boot schlug quer und war nicht mehr vor den Wind zu bringen - voller Sturm. Wir drehten wieder mal bei und ich ging in die Koje, Frank hatte Wache. Vormittags setzten wir wieder die gereffte Fock und segelten flott weiter. Gegen 15.00 Uhr schlief der Wind total ein - Motor an. Um 22.30 Uhr erreichten wir La Paloma in Uruguay.
Die Landschaft hier gleicht dem Darß. Überall alte Fichtenwälder und Sanddünen, Der kleine Ort rein touristisch, da es hier sehr schöne Strände gibt. Jetzt im Winter sind fast alle Läden und Lokale geschlossen. Das Wetter trübe und kalt und wir sind die einzige Fahrtenyacht im Hafen.
Rio Grande - La Paloma
gesegelt: 83 sm Motor: 105 sm Gesamt: 188 sm
Unsere Position: 34°39.22'S 54°08.59'W

Von Laguna nach Rio Grande

Am Tag vor der Abfahrt aus Laguna machten wir eine ca. 3 km lange Wanderung zu den Molenköpfen. Als ich die Brecher in der Einfahrt sah war ich doch etwas erschrocken.. Wir setzten uns ins Gras und sahen uns das Schauspiel an. Nach einiger Zeit lief ein etwas größeres Fischerboot aus und wir studierten genau seinen Kurs. Und aha, es fuhr erst scharf um die Stb Mole nach Norden  paralel zum Strand und umging so die meisten Brecher. Erst ca. 4 Kabellängen nördlich der Einfahrt änderte es Kurs Richtung See.
Am nächsten Morgen, den 11.06.2011 um 07.30 Uhr warfen wir die Leinen los. Die Fischer waren schon wieder mit den Delfinen an der Arbeit. Um 08.15 Uhr passierten wir die Molen. Wir hielten uns genau an die Kurse des Fischers vom Vortag und kamen gut durch die Brecherzone. Der Wetterbericht (ich benutze die amerikanischen grib files ) hatte für die nächsten 2 Tage nördliche also für uns achterliche Winde voraus gesagt. Am 3 Tag sollte es eine kleine Störung mit sw-lichen für uns vorderlichen Winden geben, anschließend wieder nördliche Winde. Im Nachhinein läßt sich die 280 sm lange Reise in 5 Abschnitte einteilen.
1. Tag Flaute wir motoren
2.Tag herrliches Segeln mit achterlichem Wind
3. Tag ab 06.00 Uhr Sturm, viele Stunden über 8Bft Wind, segeln nicht mehr möglich, liegen beigedreht
4.Tag  ab 02.30 Uhr können wir wieder segeln
5. Tag sehr kalt, um 12.00Uhr sind wir im Yachtklub Rio Grande fest
Hier die Ereignisse des 3. Tages. Morgens um 06.00 Uhr dreht der Wind schlagartig von NE auf SW und nimmt kontinuirlich zu Um 11.00 Uhr messe ich weit über 8 Bft. Ab 10.00 Uhr war an Segeln nicht mehr zu denken, da schwere Brecher über das Vordeck schlugen und Gefahr bestand daß das Vorsegel von der See zerrissen wird. Wir drehten bei, rollten unser kleinstes. schweres Sturmsegel, die Klüverfock aus, das Ruder hart über nach Luv. Das Boot lag jetzt fast quer zur  See und lag relativ ruhig. Es trieb mit 1,5 kn nach Lee. Mittags hatte ich noch ein Radiofax  der brasilianischen Marine empfangen, die Wellenhöhe wurde mit 3,5 Meter angegeben. Um 15.30 Uhr rollte eine ca. 5 Meter hohe Wasserwand auf das Boot zu. Ich saß im Cockpit und drückte noch auf den Auslöser der Kamera. Dann Wasser überall. Nur das Cockpit blieb fast trocken. Ein harter Knall, das obere Steckschott wurde aus der Halterung gerissen und flog wie ein Diskus durch den Salon. Es landete auf dem Salontisch und hinterließ dort eine tiefe Delle.Das Boot rutschte jetzt auf der Rückseite des Brechers hinunter und schlug unten sehr hart mit der Bb-Seite auf. Alle Fenster waren noch da und alle Bilgen trocken. Die restliche Zeit lag das Boot relativ ruhig erklomm langsam Welle auf Welle und rutschte auf der Rückseite hinunter. Nachmittags servierte Frank Hühnerklein mit Reis und Möhren. Ich wusch anschließend das Geschirr ab. Um 02.30 Uhr am 14.06.2011 setzen wir wieder das gereffte Groß und die Fock und setzten unsere Reise fort.
Die amerikanischen grib files hatten sich für den 3. Tag unserer Reise geirrt. Aus der kleinen Störung war bei unserer Ankunft in dem Seegebiet ein Sturm geworden. Nach diesem Ereignis waren wir uns einig. Das Boot ist voll seetüchtig. Es hat eine sehr gute Stabilität und rollt angenehm behäbig in der See. Es war ein guter Test für die weitere Reise nach Patagonien.
Laguna - Rio Grande gesegelt: 201 sm Motor: 160 sm gesamt: 361sm
unsere Position 32°01,56'S 52°06,51'W

Fischfang in Laguna

Schon in der  Einfahrt begrüßte uns ein großer, schwarzer Tümmler (die Delphine hier gehören zur Familie der Tursiops Truncatis). Heute sahen wir direkt von unserem Liegeplatz aus, daß es hier eine einmalige Symbiose zwischen den hiesigen Fischern und den Delphinen gibt. Die Fischer sitzen in ihren offenen Booten, das runde Wurfnetz in beiden Händen klar zum werfen. Der Delphin schwimmt in immer engeren Halbkreisen an die Fischerboote heran und treibt den Fischern die Fische vor die Boote. Jetzt werfen sie ihre Netze aus und holen die Fische an Bord. Der Delphin erhält seinen Anteil und alle sind zufrieden.

Von Florionapolis nach Laguna

Am Sonntag, den 05.06.2011 legten wir endlich um 14.15 Uhr ab, um weiter nach Süden zu segeln. Der Wetterbericht versprach für die nächsten 2 Tage Nordwind. Unser Ziel war der 60 sm weiter südlich gelegene Hafen Laguna. Alle Segler, welche ich über diesen Hafen befragte rieten von einem Anlaufen dringend ab, da sich vor den Molen von Laguna eine sehr flache Barre befindet. Bei N, NE und E-Wind bauen sich vor der Einfahrt große Brecher auf, für eine Yacht sehr gefährlich. Ich entschied, mir alles vor Ort anzusehen und eventuell nach Rio Grande weiterzusegeln. Um 17.45 Uhr passierten wir die Südausfahrt aus dem Santa Catarina Sund, der Nordwind nahm jetzt langsam zu. Ab 23.00 Uhr hatten wir einen NE-Wind der Stärke 7 - das kann ja heiter werden, dachten wir. Alles weggerefft bis auf die Fock segelten wir durch die kalte Nacht. Um 05.00 Uhr nahm der Wind langsam ab und als wir um 07.20 Uhr vor den Molenköpfen von Laguna standen, hatte der Wind bis auf 3 Windstärken abgenommen. Ich dachte, ob da wohl jemand von oben zuschaut und meine Reise überwacht? Und ja, da waren sie. Die Brecher liefen kreuz und quer mit langen Windfahnen in die Einfahrt, einfach furchterregend. Vor uns lief ein kleineres Fischerboot ein. Was die können, können wir auch! Im Boot war alles gesichert, der Eingang verschlossen, die Schwimmwesten angelegt und angeleint. Immer hinter dem Fischer herfahrend, schossen wir durch die völlig chaotisch durcheinanderlaufenden Brecher. Nur einmal kam etwas Spritzwasser ins Cockpit, ansonsten hat das gute Boot mal wieder bewiesen was es kann. Nach passieren der langen Molen öffnete sich uns die riesige Lagune und um 09.00 Uhr waren wir am einzigen Gastliegeplatz des IATE CLUBE DE LAGUNA fest und fielen in die Kojen. Abends sahen wir uns noch das hübsche kleine Kolonialstädchen Laguna an und tranken ein Bier auf unsere gelungene Reise.
Florionapolis- Laguna Gesamtdistanz 68.5 sm
Gesegelt 45 sm Motor 23.5sm