Neues aus Buenos Aires

Ein kleines Denkmal für einen großen Segler. Von hieraus startete Vito Dumas zu seiner historischen Weltumseglung.

In den letzten Tagen haben wir schon einige Überholungsarbeiten für die bevorstehende Reise nach Patagonien machen können. Am Travellergalgen mußte von innen ein neues Blech eingeschweißt werden, da das Blech auf Grund einer falschen Konstruktion durchgerostet war. Für mich Superstress, da die Metallspäne trotz sorgfältiger Abdeckung überall hinflogen und der Schweißer nicht gerade Akkord arbeitete. Der Segelmacher hat heute die nach 8000 sm arg überholungsbedürftigen Segel wieder angeliefert. Den Anker und die Kette hat eine Firma zum Verzinken abgeholt.
Ansonsten melde ich mich bis zum 10.10.2011 ab. Das Boot liegt hier sicher im Winterquartier, Frank bleibt an Bord und ich fliege am 25.07.2011 nach Hause.

Willkommen in Buenos Aires

Bei unserer Ankunft wurden wir sehr herzlich von mehreren deutschen Yachten begrüßt. Fast alle Fahrtenyachten, die hier liegen (Deutsche, Holländer, Franzosen und Schweden) gehen in der nächsten Saison nach Patagonien, weiter in den Pazifik und einige in die Antarktis. Wir liegen zwischen den deutschen Yachten Out of Rosenheim  www.skipper.bootslog.de und der Polarwind www.polarwind-yacht.com,  ein Stück weiter liegt die deutsche Yacht Miepke 2  www.miepke2.de Am ersten Abend zogen wir alle zusammen in eine Kneipe um das Fußballspiel Argentinien-Costa Rica anzusehen, denn hier findet gerade der Amerika's cup 2011 im Fußball (soccer) statt.

Von Montevideo nach Buenos Aires

Am 09.07.2011 bei schönem, ruhigem Herbstwetter verliessen wir Montevideo. Schon nach 4 sm verliess uns der Wind und wir motorten in die Nacht. Um 20.40 Uhr auf Position 34º55.7'S 56º27.8'W ankerten wir, da wir am nächsten Tag auf mehr Wind hofften. Hier auf dem La Plata kann man überall ankern, die Wassertiefe beträgt nur ca. 6 Meter. Am nächsten Morgen um 08.30 Uhr Anker auf. Wir versuchten immer mal wieder zu segeln, aber vergebens, der Wind war einfach zu wenig. Um 23.55 Uhr ankerten wir wieder. Unsere Position 34º40.553'S 57º54.906'W. Am 11.07.2011 um 08.10 Uhr war der Anker auf , immer noch Flaute, also weiter mit Motor. Um 14.10 Uhr fuhren wir in den Stadthafen von Buenos Aires ein. Für mich ein sehr schönes Gefühl, denn als junger Mann habe ich hier eine schöne Zeit verbracht. Ein Bootsmann in einem offenen Boot kam uns entgegen und teilte uns mit Bedauern mit, dass der Hafen voll sei und für uns kein Platz mehr vorhanden sei, - welch eine Enttäuschung! Wir verliessen sofort den Hafen und steuerten  den ca. 14 sm entfernten Hafen des Yachtclubs Barlovento im Vorort San Fernando an. Zum Glück lief das Wasser noch auf, denn jetzt wurde es richtig flach.  Um 17.20 Uhr waren wir im schönen, gepflegten Yachthafen fest - wir haben unser Winterquartier erreicht! 
unsere Position 34º26.63'S 58º31.73'W 
Montevideo - Buenos Aires: gesegelt: 12 sm Motor: 116 sm gesamt: 128 sm 

In Montevideo

Der wunderschönen Stadt Montevideo haben wir nur einen Kurzbesuch abgestattet. Wir wollten das gute Wetter ausnutzen und schnell nach Buenos Aires weitersegeln. Ich begab mich gleich nach unserer Ankunft zu den verschiedenen Behörden und fiel anschliessend ins Bett. Aber am nächsten Morgen, den 09.07.2011 starteten wir zur grossen Stadtbesichtigung. Zuerst fuhren wir zum Haupteingang des Handelshafens. Dort befindet sich ein kleines Freilichtmuseum mit mehreren grossen geborgenen Teilen des deutschen Schlachtschiffes Graf Spee. Die Graf Spee hatte im 2. Weltkrieg nach einem Gefecht mit englischen Kriegsschiffen Montevideo als Nothafen angelaufen, wurde aber nach kurzer Zeit des Hafens verwiesen. Die Besatzung versenkte das Schiff  dicht vor Montevideo. Anschliessend schlenderten wir durch die schöne Altstadt und landeten mittags in der alten, gusseisernen Markthalle am Hafen. In der Halle gibt es diverse Assadorestaurants es wird gegrillt und gebruzelt und für Fleischesser ist es das Paradies. Wir setzten uns an den Tresen eines Assadostandes und beim Anblick der verschiedenen Fleischsorten auf dem riesigen Grill läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Nach dem opulenten Essen begaben wir uns an Bord und lösten die Leinen.

In Montevideo

NW Wind Stärke 4. Ich sofort morgens in der Marina unsere Rechnung bezahlt, dann zur Prefectura und oh Wunder, der Hafen ist nicht gesperrt und meine Papiere sind auch ok. Dann nochmals vor dem Ablegen die Prefectura anrufen und anfragen, ob ich auslaufen darf - ich darf. Die ersten Stunden können wir Montevideo anliegen, dann dreht der Wind wieder auf West und wir kreuzen die ganze Nacht gegenan. Heute ist der 08.07.2011 und um 10.00 Uhr lagen wir an einer Tonne des Yacht Club Uruguay in Montevideo fest.
Piriapolis -Montevideo gesegelt: 55 sm Motor: 4sm Gesamt: 59 sm
unsere Position: 34°54.4'S 56°07.6'W