Weihnachten in Kapstadt

Sobald sich weiße Cumuluswolken über den Tafelberg schieben, weht es hier im ROYAL CAP YACHTCLUB in Sturmstärke, oft mit 50 kn! Diesen Wind nennt man den "Cap Doctor", da er die ganze schlechte Luft aus Kapstadt hinausfegt. Seit zwei Tagen herrscht endlich Stille und wir genießen das herrliche Sommerwetter. Am 24.12.2013 saßen wir mit Wolfgang und Corinna im weihnachtlich geschmückten Salon, anschließend machten wir einen schönen Ausflug nach Hout Bay und weiter nach Noordhoek. In einem alten Kap-holländischen Gutshof in der dortigen Scheune, genannt Foodbarn, hatten Corinna und Wolfgang einen Tisch bestellt. Direkt unter dem Strohdach der ehemaligen Scheune nahmen wir ein erstklassiges, aus 7 Gängen bestehendes Menü ein, nach Mitternacht waren wir wieder an Bord. Der Royal Cape Yachtclub
Etliche Yachten, die wir schon länger kennen, liegen in Simonstown östlich des Kaps der Guten Hoffnung. Vom dortigen Yachtclub wurde ihnen für den gestrigen Abend das gesamte Restaurant mit Küche zur Verfügung gestellt, um dort eine große Weihnachtsparty zu feiern. Es waren SY Melina aus Finnland, SY Jenny, SY Frieda, SY Flow aus Norwegen, SY Jacaranda, SY Aurora B, SY Karacool aus England sowie SY Moin und SY Resolute aus Deutschland anwesend. Die Engländer hatten die Idee, den anderen Nationen mal ein englisches Weihnachtsfest zu zeigen. Und ich kann jetzt sagen, England ist mehr als Fisch und Chips. Drei riesige Truthähne mussten ihr Leben lassen. Es wurde ein 4-Gänge-Menü an der festlich gedeckten Tafel aufgetischt, alles von den Seglern zubereitet und gekocht. Eine fröhliche lange Party, bei der sich alle fürstlich amüsierten, nahm ihren Lauf. Wann wir wieder an Bord waren? I don't know.

Beim Stadtspaziergang in Kapstadt sahen wir diese schönen Kolonialbauten:


0082 Kapstadt Kapstadt IMG 0136 Kapstadt IMG 0146(1)Kapstadt

PORT ELIZABETH – CAPE TOWN 16.–20.12.2013

Von Port Elizabeth nach Kapstadt
Nachdem ich in Port Elizabeth eine Woche mit einer Viruserkrankung im Bett gelegen habe, sind wir gestern am 16.12.2013 um 11.10 Uhr ausgelaufen. Im ALGOA YACHTCLUB hat es uns sehr gefallen, die Leute sind alle sehr nett und hilfsbereit. Am 17.12.2013 um 12.30 Uhr umrundeten wir das Cap Recife, kurz danach sahen wir einen Wal, heute Vormittag waren viele sehr große Delfine am Boot. Das Wetter ist heiter und nicht mehr so heiß. Mittagspos. 34°31,9'S 23°53,6'E Kurs 260°. Gestern Abend schlief der Wind total ein, die See war glatt wie ein Tisch, in dem sich das Mondlicht spiegelte, als ob jemand 1000 Sterntaler aufs Wasser werfen würde. Wir starteten den Motor und staunten über unsere phosphorisierende Bugwelle. Die Fische, welche sich im Wasser bewegten wurden so sichtbar und die pfeilschnellen Delfine zogen ebenfalls eine glitzernde Bahn hinter sich her - ein seltenes Naturschauspiel. Seit heute Morgen 18.12.2013 11.00 Uhr segeln wir wieder, der Wind kommt genau von achtern. Mittagsposition 34°49,7'S 21°30,4'E Wind EzS 3/4 Bft Kurs 263°, noch 75 sm bis zur südlichsten Spitze Afrikas. Am 19.12.2012 passierten wir das Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas, welcher den Indischen vom Atlantischen Ozean trennt. Juhuuuuuu, wir sind wieder im Atlantik, hier kennen wir jede Welle! Morgens erhielten wir einen sehr schlechten Wetterbericht, um 12.00 Uhr starten wir zusätzlich noch den Motor, um vor dem Sturm nach Kapstadt zu kommen. Aber schon um 14.10 Uhr weht der Wind mit über 34 kn = 8 Bft. Wir nehmen Kurs auf die Pringle Bay, um dort zu ankern.Kurz vor uns ankerte ein ca. 30 Meter langes Fischereischutzboot in der Bucht. Als wir in die Bucht einbogen, bot sich uns ein furchtbares Bild, Das Wasser total weiß, fliegende Gischt und kleine Windhosen auf dem Wasser - Windstärke 10 Bft. Wir fuhren fast auf den Strand und ankerten, aber der Anker hielt nicht, wir versuchten den Anker wieder zu hieven, aber in dem Moment versagte die Ankerwinde – überlastet und nicht reparabel. Ich rief das ganz in der Nähe ankernde Fischreischutzboot 'Victoria MXenge' an und fragte, ob eine Schwimmleine achteraus ins Wasser gelassen werden könne, an der wir dann festmachen würden. Zu unserer großen Freude wurde dieses sofort zugesagt.Ich besprach schreiend, denn der Wind ließ keine normale Unterhaltung zu, mit Barbara das Manöver. In der Zwischenzeit hatte die Besatzung der 'Victoria Mxenge' eine Leine mit einer kleinen Boje ins Wasser gelassen. Ich begab mich mit dem Bootshaken mehr kriechend als gehend nach vorne und Barbara fuhr ganz umsichtig an das Heck der Victoria Mxenge, welche in dem Sturm natürlich auch stark schlingerte. Ich erwischte sofort die Boje, zog die daran festgemachte dicke Trosse an Deck und belegte sie auf unserem Poller - wir waren fest, jetzt erstmal Luft holen.Es war jetzt 17.30 Uhr, unsere Position 34°20,3'S 18°48,9'E. Ich bedankte mich herzlich bei dem Kapitän, der mir mitteilte, dass wir um 04.00 Uhr am nächsten Morgen die Leine lösen müssten da er dann ausläuft. Jetzt musste noch unsere 50 Meter lange Kette sowie der Anker ohne Ankerwinde eingeholt werden!! Mit Hilfe einer langen Schot und unserer gerade überholten 2-Gang-Schotwinde holten wir Stück für Stück die Kette ein und um 22.00 Uhr war der Anker endlich an Deck. Barbara kochte noch eine herrlich schmeckende Bohnensuppe. Am 20.12.2013 stand ich um 03.00 Uhr auf und beobachtete das Wetter, der Wind hatte nachgelassen nur noch 7 Bft, entschlossen wir nach Kapstadt zu segeln. Um 04.00 Uhr lösten wir uns von der 'Victoria Mxenge' ich bedankte mich nochmals bei dem sehr netten Kapitän und wir nahmen nur mit der gerefften Fock Kurs auf das Kap der guten Hoffnung, welches wir um 07.50 Uhr passierten. Kap der Guten HoffnungDer Wind nahm im Laufe des Tages immer mehr ab, und wir segelten gemütlich Richtung Kapstadt. Um 16.40 Uhr waren wir im ROYAL CAPE YACHT CLUB, direkt unter dem Tafelberg fest und wurden von Corinna und Wolfgang stürmisch begrüßt. Hier werden wir jetzt Weihnachten und Silvester verbringen.

Kurs auf Kapstadt

Allen unseren Lesern wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes Neues Jahr!

Kapstadt
Kapstadt hat uns sehr gut gefallen. Viel alte Bausubstanz aus der Kolonialzeit ist erhalten. Die Stadt mit Ihren gepflegten Parks und Gärten lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Die Gemäldegalerie und das Sklavenmuseum haben wir auch besichtigt. Sehr beeindruckend ist die Waterfront. Hier ist es gelungen die Seefahrt, die arbeitenden Werften sowie den Tourismus genial zu vermischen. Überall Livemusik, geht man um die Ecke, steht man vor Schiffen, welche im Trockendock liegen, ein Yachthaven ist natürlich auch integriert. Wir sind oft in den verschiedenen Restaurants essen gegangen, das Essen ist ausgezeichnet und sehr preisgünstig. An meinem Geburtstag fuhren wir mit der Fähre nach Robben Island, wo Nelson Mandela über 20 Jahre im Gefängsnis saß. Die gesamte Insel steht unter Denkmalschutz und hier kann man sehr gut nachvollziehen, was das Apartheit Regime angerichtet hat. Für die Kattegater im ROYAL CAPE YACHTCLUB habe ich wieder einen unserer Vereinsstander überreicht. Der Stander hängt jetzt mit ca. 100 anderen Standern in der großen Halle des RCY.
Die Bilder folgen!

DURBAN -PORT ELIZABETH 07.12.-09.12.2013

Nach vielen schönen Stunden mit Peter und Nirri hieß es Vorgestern Abschied nehmen. Viele Arbeiten am Boot wie z.B. Wartung der Schwimmwesten, neuer Antifoulinganstrich mit Peters Hilfe, Überholung des Kochers mit Wolfgangs Hilfe, Einbau eines neuen Öldruckgebers, neue Lager in der Selbststeueranlage.Gestern am 07.12.2013 warfen wir um 10.15 Uhr alle Leinen los. Wir motorten die ganze Nacht gegen hohe Dünung und heute Morgen um 07.30 Uhr kam endlich der NE Wind der genau gegen die hohe SW Dünung stand. 08th Mittagspos. 32°17,1'S 29°05,3'S Nach einer extrem schnellen Reise haben wir gestern am 09.12.2013 um 15.30 Uhr im Algoa Yachtclub in Port Elizabeth festgemacht. Der mächtige Agulhas Strom, sowie der starke achterliche NE Wind hatten uns ein Etmal (die Distanz die man in 24 Std. durchläuft)von 194 sm beschert. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8,08 kn!!! Eigentlich hätten wir noch weiter nach Westen segeln müssen, denn an dieser Küste muss man jede Gelegenheit nutzen um weiterzukommen, aber eine schwere Erkältung, die plötzlich auftrat, zwang uns den nächsten Hafen anzulaufen. Bei unserer Ankunft wurden wir gleich herzlich vom Clubpräsidenten, sowie von mehreren Mitgliedern herzlich empfangen.