Reise zu den Leatherbacks (Lederschildkröten)

Am 13.05.2014 mieteten wir ein Auto, um den Nordosten der Insel zu besuchen. Die Reise dorthin war sehr beschwerlich, da die Straßen nur aus Serpentinen bestehen und voller tiefer Schlaglöcher sind. Entschädigt wurden wir durch die bergige, mit üppiger tropischer Vegetation überwucherte Naturlandschaft. Gegen Mittag kehrten wir in einem sehr schönen kleinen Hotel ein, welches einem ehemaligen Deutschen mit Namen Fred gehört. Er freute sich sehr über unseren Besuch, während wir fürstlich speisten, erzählte er uns seine Lebensgeschichte. Im Sudetenland geboren, nach dem Krieg in die Schweiz ausgewandert, landete er schließlich in den USA und diente dort nach seiner Einbügerung bei den Marines. Seit vielen Jahren lebt er nun auf Trinidad und hat diese herrliche Hotelanlage direkt am Meer erschaffen. Nach dem Essen fuhren wir weiter und erreichten gegen 17.00 Uhr unser Ziel, den kleinen Ort Grande Riviere an der Nordküste der Insel. Zwischen April und August, kommen hier während der Nacht die riesigen Leatherbackschildkröten an den Strand, um ihre Eier zu legen. Die Leatherbackschildkröte ist die größte Wasserschildkröte mit einem Gewicht bis zu 480 kg und 1,5 Meter Länge. Sie geht während einer Saison bis zu 8-mal an den Strand und legt jedesmal ca. 100 weiße, runde Eier. Dieses Naturschauspiel wollten wir uns ansehen. Nachdem wir in einem kleinen Guesthaus eingecheckt hatten, suchten wir das Informationscenter auf, wo wir alles über diese Schildkrötenart erfuhren. Die Leatherbacks, zu deutsch: Lederschildkröten, tragen ihren Namen zu recht, denn sie haben keinen festen Panzer wie andere Schildkroeten sondern einen lederartigen Panzer. Ihr Feind sind die Orcas, die mit ihrem Riesengebiss den Lederpanzer glatt durchdringen. Die Leatherbacks können bis zu 1400 Meter tief tauchen. Den Strand darf man zwischen 18.00 Uhr und 06.00 Uhr nur in Begleitung eines Rangers betreten. Im Infocenter erstanden wir ein Permit, welches uns gestattete, unter Führung eines Rangers den Strand zu betreten. Um 21.00 Uhr ging es los. Der Vollmond stand hoch am Himmel, die Dünung brach sich am Strand und wir stapften durch den Sand. Und da waren sie!!! Etliche schoben sich gerade wie Landungsfahrzeuge den Strand hinauf, andere legten schon ihre Eier. Wir blieben vor einer grossen Schildkröte stehen, welche mit ihren Hinterflossen ein ca. 80 cm tiefes Loch grub. Als ihre Flossen den Boden in dem Loch nicht mehr erreichten, begann sie ihre Eier zu legen, eine schwere Arbeit, denn manchmal stöhnte sie leise. Die Rangerin drückte sachte die Hinterflossen der Schildkroete auseinander und wir konnten sehr gut sehen, wie die Eier in die Grube plumpsten. Man schätzt, dass von 1000 Eiern nur eine Schidkröte überlebt, da schon viele geschluepfte Schildkroeten auf dem kurzem Weg vom Nest zum Wasser von den Voegeln gefressen werden und im Wasser weitere Feinde lauern. Weiter ging die Wanderung und wir konnten nicht glauben, was wir sahen, der ganze breite Strand war voller Schildkröten, es war ein dauerndes Kommen, und Gehen. Gut zu sehen war auch, wieviel Kraft es die Tiere kostete, aus dem Wasser auf den hohen Strand zu kommen, dann die Grube zu graben, die Eier zu legen und schließlich wieder ins Wasser zu robben. Gegen Mitternacht waren wir wieder in unserem Guesthaus. Am 14.05 abends waren wir wieder an Bord. Die Bilder dieser Reise werde ich in den nächsten Tagen einstellen.

       

 

Wir möchten uns jetzt von allen Freunden und Lesern verabschieden. Am 19.05. fliegen wir erst nach Tobago und anschließend mit Condor nach Deutschland. Im November werden wir wieder an Bord sein und dieses Logbuch weiter fortführen.

Viel Arbeit in Trinidad

Am 30.04.2014 pünktlich um 10.00 Uhr hing unser Boot in dem riesigen Travellift der Firma PEAKE YACHT SERVICE. Da ich Schweißarbeiten angemeldet hatte und das Boot außerdem im Rumpfbereich angeschliffen werden sollte, wurde es in den entsprechenden Bereich, der sich ganz im westlichen Ende des ca. zwei qkm großen Grundstücks befindet, verholt. In den nächsten Tagen schliff ich den gesamten roten Bereich des Rumpfes an, entfernte Roststellen, außerdem setzte der Schweißer eine kleine Stahlplatte ein. Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde das Boot zum endgültigen Liegeplatz verholt. Am 06.05., Barbaras Geburtstag, gönnten wir uns eine Pause und fuhren zum ersten Mal nach Port of Spain. Es gibt noch viele schöne Kolonialbauten. Sehr interessant war das National Museum mit seiner Bildergalerie. Auch hier gewannen wir wieder Einblicke in die unglückselige Zeit der Sklaverei. Jetzt wird der Rumpf rot gemalt, leider deckt die INTERNATIONAL Farbe sehr schlecht und ich muss das Boot 3x lackieren. Zu Hause werde ich auf eine andere Farbfirma umsteigen.
Am Unterwasserschiff haben wir sehr viele z.T. daumennagelgroße Blasen. Sticht man diese auf, so läuft Wasser heraus. Zum Glück gehn sie nicht bis zum Stahl durch und somit haben wir keine Korrosion. Ich tippe auf falsche elektrische Installation. Wer Informationen geben kann, bitte melden!!! Hier auf dem Gelände werden auch sehr schöne Hotelzimmer, natürlich mit Aircondition und Fernseher, zum Preis von 70 USD/Tag angeboten. Wir haben ein Zimmer gemietet. Und es ist herrlich, nach einem harten Arbeitstag in der Hitze in das kühle Zimmer zu kommen und zu duschen. Außerdem können wir durch die Sendungen der Deutschen Welle das Geschehen in Deutschland und in der Welt mitverfolgen.