Von St. Anne nach St. Pierre

Am 23.02.2015 segelten wir bei steifem Passat nach Norden. Um 14.00 Uhr mussten wir auf Grund der starken Fallböen, welche von den Bergen herunterpfiffen, das Groüsegel bergen. Die Reede von St.Pierre war total überfüllt, da hier außerdem der Anker in dem harten Lavasand schlecht greift, gelang es uns erst nach dem 4. Ankermanöver, eine geeignete Ankerposition zu finden. Um 16.15 Uhr hielt der Anker, wir waren in St. Pierre angekommen.

St. Pierre war einst die Hauptstadt Martiniques. Hier auf der Reede luden die Schiffe Rum, Zucker, Kaffee und Kakao. Die Stadt war sehr reich und u.a. mit einem herrlichen Theater ausgestattet; Am 08. Mai 1902 ereignete sich morgens um 2 Minuten nach 08.00 Uhr die Katrastrophe. Der Vulkan Mt. Pelee, welcher schon seit einiger Zeit giftigen schwarzen Rauch ausspie, gluehte plötzlich glutrot. Um 08.02 Uhr explodierte der Vulkan und entliess einen gigantischen Feuer- und Gasball, welcher sich über die Stadt ergoss und augenblicklich alles Leben auslöschte. 29.933 Menschen, die gesamte Bevölkerung, waren umgekommen. 4 Tage nach der Katastrophe wurde der einzige Uberlebende, ein Straftäter, welcher tief unten im Gefaengnis saß, mit schweren Verbrennungen lebend geborgen.

St. Pierre hat sich von diesem Desaster nie wieder richtig erholt, denn die freigesetzte Energie war größer als die einer Atombombe. Noch heute sieht man viele schwarze Ruinen in der Stadt. Die Kathedrale wird gerade wieder aufgebaut, von dem herrlichen Theater stehen nur noch die Grundmauern. Trotzdem gefaellt uns das Städtchen sehr, obwohl die tagsüber die Fallböen die Berge herabheulen und man oft an den Anker denkt.

     

Martinique - vor St. Anne

Am 18.02.2015 vormittags haben wir die Marina Le Marin verlassen und nach einer Stunde Motorfahrt haben wir vor dem kleinen Städchen St.Anne im Süden Martiniques geankert. Der Wind ist z.Zt. sehr stark, aber wir liegen hier sehr geschützt in der "einsamen" Bucht zusammen mit ca. 200 anderen Yachten. Am Sonntag tobte hier der Karneval. Grosses Hallo, wir waren mit alten Freunden verabredet, mit Ihnen waren wir eine Zeit lang in Brasilien zusammen. Sie leben jetzt in der Marina Le Marin mit ihren Kindern auf ihrem Boot. Barbara sagt jetzt immer alle Yachten liegen hier im "Karibik Koma", denn außer mehrmals am Tag Schwimmen und abends an Land einen Pastis trinken ereignet sich hier nicht viel. Morgen erwarten wir Jürgen und Ingrid, sie kommen mit ihrer Yacht Josi von St.Lucia hier an. das wird ein freudiges Wiedersehen. Ich habe viele kleine Arbeiten am Boot erledigt. Unsere Rettungsinsel muß gewartet werden und gerade hat sich die Wartungsfirma aus Antigua per email gemeldet - sie können die Insel warten.Wir freuen uns, denn mit abgelaufener Wartung der Rettungsinsel den Nordatlantik zu überqueren scheint uns nicht ok.

Reparaturen beendet / Auf Martinique

Am Freitagvormittag kam der Monteur an Bord, um das defekte Iridiumgerät zu reparieren. Ich hatte schon herausgefunden, daß die Verbindung zwischen Computer und Iridiumtelefon defekt ist. Er riss die Verpackung eines kleinen Plastikteils auf, schloss es an das Telefon an und alles funktionierte. Als ich mir die Verpackung anschaute und dort den Aufkleber "Made in China" sah, verflog meine gute Laune sofort. Kosten der Reparatur: 260 €.
Nach etlichen Telefonaten wurde am Freitagnachmittag endlich unsere mit neuen Lagern versehene Selbststeueranlage angeliefert. Mit Hilfe unseres Krans (siehe Bild) montierten wir die Anlage und freuten uns anschließend über deren Leichtgängigkeit. Kosten 370 € - ein angemessener Preis.
Am Sonnabend und Sonntag mieteten wir ein Auto. Am Sonnabend besichtigten wir die Rumdestille Saint James, eine der ältesten auf der Insel. Anschließend besuchten wir das Bananenmuseum und erfreuten uns an den verschiedensten Bananensorten aus aller Welt. Am Sonntag fuhren wir nochmals in die Berge und machten eine lange Wanderung durch den herrlichen Regenwald. Wandern ist allerdings das falsche Wort, denn alles ist naß und feucht, die Füße glitschen durch den Modder, aber da das Sonnenlicht das Laubdach nicht durchdringt, kann man die Hitze aushalten. Anschließend nahmen wir in einem Bergfluß ein herrlich kaltes Bad. Anschließend fuhren wir zum höchsten Berg Martiniques, dem Mount Pele mit einer Höhe von 1300 Metern. Wir begannen sofort mit dem Aufstieg, aber bei 890 Metern war es für uns genug. Andere Grüppchen sind bis zum Gipfel des Vulkans gestiegen. Über die furchtbare Katastrophe, welche dieser Vulkan 1902 auslöste, werde ich später berichten. 

    

Von St. Lucia nach Martinique / Auf Martinique

Am 03.02.2014 waren die 22sm nach Martinique schnell abgesegelt und bereits um 16.10 Uhr waren wir in der riesigen Marina Le Marin im Süden Martiniques fest. Es ist nicht allein die Marina, davor erstreckt sich ein unübersichtliches Anker- und Mooringfeld und man sieht, soweit man sehen kann, nur Masten. Große Flächen der Marina sind von den diversen Charterfirmen belegt. Hier kommen täglich Charterboote an, werden gewartet und neue Gäste gehen an Bord. Oft sehe ich zu, wie aufwändig die Wartung der Charterboote ist (meistens große Katamarane mit 10–12 Leuten an Bord) Gerade eben wurde ein Grill mit Unmengen Backofenspray von der Wartungsgang gereinigt. Am Sonnabend und Sonntag mieteten wir ein Auto. Bei schönem Wetter erkundeten wir am Sonnabend den Süden der Insel. Am Sonntagmorgen bei strömenden Tropenregen fuhren wir unsere Freundin Anne zum Flughafen, ihr Urlaub war leider zu Ende. Anschließend fuhren Barbara und ich in die Berge, besichtigten den einmalig schönen Botanischen Garten bei immer noch bei strömendem Regen, der uns nicht viel ausmachte, da es ja sehr warm ist. Die Landschft mit ihren steilen Vulkankegeln und tiefen Schluchten und dem Regenwald nahm uns derart gefangen, dass wir beschlossen, nochmals ein Auto zu mieten.

  

Leider müssen z.Zt. wieder etliche Reparaturen ausgeführt werden. Die Lager unserer Selbststeueranlage sind fest und das Hilfsruder muss neu gelagert werden. Wie das schwere Teil abbauen, ohne das Boot aus dem Wasser nehmen zu müssen? Aus einem unserer Spinnakerbäume bauten wir einen stabilen Kran und schwupp, lag das schwere Teil auf dem Ponton. Gestern wurde es abgeholt und am Donnerstag soll es wieder angeliefert werden. Gestern fiel plötzlich unsere Iridiumanlage aus, die Verbindung zwischen Computer und dem Telefon ist nicht ok - der Service, den es hier zum Glück gibt, kommt heute Nachmittag.

 

 

Nach Rodney Bay

Am Morgen des 30.01.setzten wir die Reise fort, unter Motor, da der Passat durch die hohen Berge nicht zum Tragen kommt. Wir genossen bei schönem Wetter die Fahrt entlang der Westküste St. Lucias. Eine Meile vor unserem Ziel, der Rodney Bay Marina, ließ die Drehzahl schnell nach und der Motor stoppte. Zur gleichen Zeit hatte der Wind aufgefrischt und kam genau von vorne. Im gleichen Augenblick passierte in einigem Abstand ein Motorboot, ich pfiff und winkte und der nette Mann schleppte uns in die Rodney Bay Marina. Für heute hatte ich genug Abenteuer! Gestern Morgen untersuchte ich den Motor und fand schnell heraus, dass eine Brennstoffleitung gebrochen war. Ich wanderte zu einer Spezialfirma, dort wurde sofort für wenig Geld eine neue Leitung angefertigt. Hurra, jetzt schnurrt der Motor wieder. Unsere Position 14°04,7'N 60°57'W.

Am Sonntag, den 01.02.2015 wanderten Barbara und Anne ins nahegelegene Dorf. Begeistert waren sie von den Aktivitäten am Strand. Kinder spielten und ritten mit Pferden. Die Pferde wurden ohne Sattel geritten. 

 

Von St. Vincent nach St. Lucia

Am 29.01.2015 um 08.10 Uhr lösten wir uns von der Mooring, da der Passat durch die hohen Berge St. Vincents total abgedeckt war, motorten wir entlang der Küste Richtung Norden. Kurz vor passieren des riesigen Vulkans. Soufriere kamen die ersten Böen herangefegt, wir setzten die Segel und kurze Zeit später bei sehr starkem Wind (E 6/7 Bft) segelten wir Richtung St. Lucia. Schon um 11.30 Uhr nahm der Wind ab und wir segelten wieder im normalen Passat. Um 16.20 Uhr machten wir an einer staalichen Mooring direkt unterhalb der berühmten Pitons fest und genossen den ganzen Abend den herrlichen Blick auf dieses Naturwunder. Unsere Position 13°50,9'N 61°03,8'W                                                                                                                                                

 

Pirates of the Caribbien / Captain Sparrow

Am 28.01.2015 um 08.30 Uhr lösten wir uns von der Mooring. Schon um 13.15 Uhr machten wir an der Mooring in der Keartons Bay auf St. Vincent fest. Eigner der Mooring sind Rosi und Orlando, welche hier das ROCK SIDE CAFFE betreiben und den TO Stützpunkt unterhalten. Orlando holte uns mit seinem Boot ab und wir bestellten bei Rosi unser Abendessen. Wir wollten hier ausklarieren und mußten in die nächste Bucht wandern, da sich dort eine Zollstation befindet. Die Bucht rägt den Namen WALLILABOU BAY und hier wurde der bekannte Film PIRATES OF THE CARIBBIEN mit JOHNNY DEPP gedreht. Als wir die Bucht erreichten, sahen wir sofort die vielen Requisiten, die die Filmteams hier zurück gelassen haben. Die untenstehenden Bilder sprechen für sich. Nach einem schönen Abend mit Rosi setzten wir am nächsten Morgen die Reise fort. Unsere Position 13°13,9'N 61°16,5'W