Auf den Tuamotus angekommen

Am Sonntag, den 20.05.2012, wurden wir zu einem Picknick auf einem privaten Motu (kleine Insel auf dem Ringriff) eingeladen. Das Motu mit der ehemaligen Perlenfarm gehört einer wohlhabenden Familie, nämlich Phillip und Cyntia und ihren beiden Kindern. Mit dem Langboot (Außenbordmotor mit 150 PS) düsten wir ca. 40 Minuten über die Lagune und erreichten schließlich die ehemalige Perlenfarm, deren Gebäude im Wasser stehen. Wir staunten über die einmalige Atmosphäre. Man hört nur die Brandung des Außenriffs, ansonsten - Ruhe. Zur Begrüßung erhielt jeder eine Trinkkokosnuß, anschließend schnorchelten wir in dem türkisfarbenen Wasser. Phillip, Cyntia und ein Angestellter bereiteten das polynesische Essen. Es bestand aus verschiedenen gegrillten Fischen und einem in Blättern gegrillten Kokosnußteig sowie einem Fischsalat, dazu gab es Bier oder Wein. Das Essen schmeckte vorzüglich und nach dem Essen war an Baden nicht mehr zu denken, da sich in der Zwischenzeit auch einige Haie eingefunden hatten. Nach einem ausgiebigen Spaziergang zum Außenriff waren wir abends wieder an Bord.

 

 

 

 

 

 

Gestern am 15.05.2012 um 02.30 Uhr weckte mich Barbara und teilte mir mit: totale Flaute. Wir mußten bis spätestens 13.00 Uhr den Kati Pass, die einzige Einfahrt in die Lagune von Hao passiert haben, da ab 13.00 Uhr starker auslaufender Strom herrschen würde. Wir starteten den Motor, gleichzeitig den Wassermacher und tuckerten gemütlich im Mondschein die SW Küste von Hao, unserer ersten Lagune in den Tuamotus, entlang. Die palmenbestandenen Motus auf dem riesigen Ringriff waren im Mondschein gut auszumachen und wir waren sehr gespannt, wie es wohl am Tage aussehen würde. Die Dimensionen der Lagune Hao sind beeindruckend: Länge 32 sm, Breite 9sm. Das Riff hat aber nur eine Breite von ca. 700 Metern. Um 10.48 Uhr bei herrlichem Wetter passierten wir den Pass und sahen in der Ferne das Dorf und am Horizont einige Motus auf dem Ringriff. Um 11.30 Uhr näherten wir uns langsam dem Marinehafen; dürfen wir da überhaupt einlaufen? In den Seehandbüchern ist Hao nicht erwähnt, da es zum Atomversuchssperrgebiet gehörte. Jetzt sahen wir einen Yachtmast, also hinein! Der ehemalige Marinehafen ist freigegeben und wir machten vor einem großen neuseeländischen Katamaran fest. Welch tolles Gefühl, seit nunmehr 2 Monaten liegen wir das erste Mal wieder sicher in einem Hafen, kein Ankern, kein Beiboot !
Um 16.30 Uhr begeben wir uns ins Dorf zum Einklarieren. Wir werden auf das herzlichste von dem französischen Gendarmen begrüßt und die Einklarierung ist in 2 Minuten erledigt. Auf meine Frage erzählt er uns die gesamte Geschichte der französischen Atomversuche in den Tuamotus. Hier nur soviel: Hao war das Hauptquartier. Nach Beendigung der Versuche wurde das Militär hier im Jahr 2000 abgezogen. Jetzt sind hier noch 45 Mann stationiert, die mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind. Auf Fangataufe fanden die oberirdischen Atomversuche statt, das Atoll ist verseucht und darf nicht betreten werden. Auf Mururoa fanden die unterirdischen Versuche statt, hier sind noch ca. 20 Soldaten stationiert. Auch die Geschichte des Greenpeaceschiffes Rainbow Warrior schilderte er anschaulich. Anschließend reservierte er für uns nach Verlesen der Menükarte drei Plätze im einzigen Restaurant, welches 5 km außerhalb des Dorfes liegt. Dort werden wir heute Abend essen. Die Reservierung muß immer einen Tag im voraus getätigt werden, denn Tourismus auf der Insel gibt es nicht, nur hin und wieder ein paar Segler. Nachdem er für uns eine Zeichnung des Dorfes angefertigt hatte, verabschiedeten wir uns herzlich und schlenderten durchs Dorf. Unter einem großen Baum saß eine Familie und musizierte, wir wurden eingeladen, und lauschten den polynesischen Gesängen. Die Menschen hier sind überaus freundlich, jeder grüßt und lächelt, alle Häuser sind geöffnet und ich glaube der Gendarm hat hier sehr wenig zu tun!
Abends begaben wir uns in die Pizzeria. Vor dem Einfamilienhaus, wo die gesamte Familie in der Küche werkelte gab es eine Veranda in die wir uns setzten. Die Veranda besteht aus kunstvoll geflochtenen Palmenblättern und wir bewunderten diese alte polynesische Kunst. Ab 18.00 Uhr ist es stockdunkel. Während wir auf die Pizza warteten, versammelten sich auf der Terasse immer mehr Menschen und begannen zu singen und zu musizieren, auch in der Küche wurde aus voller Brust mitgesungen - uns wurde bewußt, jetzt sind wir in der Südsee angekommen! Lange saßen wir noch, weil uns die Gesänge nicht losließen. Die Pizza war riesig, wir konnten nicht alles essen und nahmen den Rest mit an Bord.
Position 18°05,95'S 140°54,77'W


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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