PORT ELIZABETH – CAPE TOWN 16.–20.12.2013

Von Port Elizabeth nach Kapstadt
Nachdem ich in Port Elizabeth eine Woche mit einer Viruserkrankung im Bett gelegen habe, sind wir gestern am 16.12.2013 um 11.10 Uhr ausgelaufen. Im ALGOA YACHTCLUB hat es uns sehr gefallen, die Leute sind alle sehr nett und hilfsbereit. Am 17.12.2013 um 12.30 Uhr umrundeten wir das Cap Recife, kurz danach sahen wir einen Wal, heute Vormittag waren viele sehr große Delfine am Boot. Das Wetter ist heiter und nicht mehr so heiß. Mittagspos. 34°31,9'S 23°53,6'E Kurs 260°. Gestern Abend schlief der Wind total ein, die See war glatt wie ein Tisch, in dem sich das Mondlicht spiegelte, als ob jemand 1000 Sterntaler aufs Wasser werfen würde. Wir starteten den Motor und staunten über unsere phosphorisierende Bugwelle. Die Fische, welche sich im Wasser bewegten wurden so sichtbar und die pfeilschnellen Delfine zogen ebenfalls eine glitzernde Bahn hinter sich her - ein seltenes Naturschauspiel. Seit heute Morgen 18.12.2013 11.00 Uhr segeln wir wieder, der Wind kommt genau von achtern. Mittagsposition 34°49,7'S 21°30,4'E Wind EzS 3/4 Bft Kurs 263°, noch 75 sm bis zur südlichsten Spitze Afrikas. Am 19.12.2012 passierten wir das Kap Agulhas, den südlichsten Punkt Afrikas, welcher den Indischen vom Atlantischen Ozean trennt. Juhuuuuuu, wir sind wieder im Atlantik, hier kennen wir jede Welle! Morgens erhielten wir einen sehr schlechten Wetterbericht, um 12.00 Uhr starten wir zusätzlich noch den Motor, um vor dem Sturm nach Kapstadt zu kommen. Aber schon um 14.10 Uhr weht der Wind mit über 34 kn = 8 Bft. Wir nehmen Kurs auf die Pringle Bay, um dort zu ankern.Kurz vor uns ankerte ein ca. 30 Meter langes Fischereischutzboot in der Bucht. Als wir in die Bucht einbogen, bot sich uns ein furchtbares Bild, Das Wasser total weiß, fliegende Gischt und kleine Windhosen auf dem Wasser - Windstärke 10 Bft. Wir fuhren fast auf den Strand und ankerten, aber der Anker hielt nicht, wir versuchten den Anker wieder zu hieven, aber in dem Moment versagte die Ankerwinde – überlastet und nicht reparabel. Ich rief das ganz in der Nähe ankernde Fischreischutzboot 'Victoria MXenge' an und fragte, ob eine Schwimmleine achteraus ins Wasser gelassen werden könne, an der wir dann festmachen würden. Zu unserer großen Freude wurde dieses sofort zugesagt.Ich besprach schreiend, denn der Wind ließ keine normale Unterhaltung zu, mit Barbara das Manöver. In der Zwischenzeit hatte die Besatzung der 'Victoria Mxenge' eine Leine mit einer kleinen Boje ins Wasser gelassen. Ich begab mich mit dem Bootshaken mehr kriechend als gehend nach vorne und Barbara fuhr ganz umsichtig an das Heck der Victoria Mxenge, welche in dem Sturm natürlich auch stark schlingerte. Ich erwischte sofort die Boje, zog die daran festgemachte dicke Trosse an Deck und belegte sie auf unserem Poller - wir waren fest, jetzt erstmal Luft holen.Es war jetzt 17.30 Uhr, unsere Position 34°20,3'S 18°48,9'E. Ich bedankte mich herzlich bei dem Kapitän, der mir mitteilte, dass wir um 04.00 Uhr am nächsten Morgen die Leine lösen müssten da er dann ausläuft. Jetzt musste noch unsere 50 Meter lange Kette sowie der Anker ohne Ankerwinde eingeholt werden!! Mit Hilfe einer langen Schot und unserer gerade überholten 2-Gang-Schotwinde holten wir Stück für Stück die Kette ein und um 22.00 Uhr war der Anker endlich an Deck. Barbara kochte noch eine herrlich schmeckende Bohnensuppe. Am 20.12.2013 stand ich um 03.00 Uhr auf und beobachtete das Wetter, der Wind hatte nachgelassen nur noch 7 Bft, entschlossen wir nach Kapstadt zu segeln. Um 04.00 Uhr lösten wir uns von der 'Victoria Mxenge' ich bedankte mich nochmals bei dem sehr netten Kapitän und wir nahmen nur mit der gerefften Fock Kurs auf das Kap der guten Hoffnung, welches wir um 07.50 Uhr passierten. Kap der Guten HoffnungDer Wind nahm im Laufe des Tages immer mehr ab, und wir segelten gemütlich Richtung Kapstadt. Um 16.40 Uhr waren wir im ROYAL CAPE YACHT CLUB, direkt unter dem Tafelberg fest und wurden von Corinna und Wolfgang stürmisch begrüßt. Hier werden wir jetzt Weihnachten und Silvester verbringen.

Kurs auf Kapstadt

Allen unseren Lesern wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes Neues Jahr!

Kapstadt
Kapstadt hat uns sehr gut gefallen. Viel alte Bausubstanz aus der Kolonialzeit ist erhalten. Die Stadt mit Ihren gepflegten Parks und Gärten lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Die Gemäldegalerie und das Sklavenmuseum haben wir auch besichtigt. Sehr beeindruckend ist die Waterfront. Hier ist es gelungen die Seefahrt, die arbeitenden Werften sowie den Tourismus genial zu vermischen. Überall Livemusik, geht man um die Ecke, steht man vor Schiffen, welche im Trockendock liegen, ein Yachthaven ist natürlich auch integriert. Wir sind oft in den verschiedenen Restaurants essen gegangen, das Essen ist ausgezeichnet und sehr preisgünstig. An meinem Geburtstag fuhren wir mit der Fähre nach Robben Island, wo Nelson Mandela über 20 Jahre im Gefängsnis saß. Die gesamte Insel steht unter Denkmalschutz und hier kann man sehr gut nachvollziehen, was das Apartheit Regime angerichtet hat. Für die Kattegater im ROYAL CAPE YACHTCLUB habe ich wieder einen unserer Vereinsstander überreicht. Der Stander hängt jetzt mit ca. 100 anderen Standern in der großen Halle des RCY.
Die Bilder folgen!

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